Wohnungssuche ist ein Arschloch – das gilt nicht nur für Berlin, München oder Hamburg, sondern ganz besonders auch für Karlsruhe. Wir geben dir Tipps, wie du abseits der großen Onlineportale eine Wohnung findest.

1) Ansprüche runterschrauben

Klingt als erster Tipp ziemlich entmutigend? Macht die Sache aber leichter! Die perfekte Wohnung mit nagelneuer Einbauküche, Tageslichtbad, schönem Parkett, am besten direkt an der Straßenbahnhaltestelle und alles für 500 Euro warm ist leider eine Illusion, vor allem in Karlsruhe. Es gibt viele schöne Wohnungen hier – aber sei offen für Kompromisse. Kein Balkon dabei? Schade, aber dafür ist vielleicht der Schlossgarten schnell erreichbar. Klammere dich nicht zu sehr an feste Vorstellungen!

2) Nicht nur die großen Onlineportale nutzen

Viele schauen sich zuerst bei den großen Immobilienportalen wie Scout24 und Immowelt nach Wohnungen um, aber das tun leider alle. WG-Gesucht ist inzwischen mehr als ein Geheimtipp auch für normale Wohnungen geworden, nicht nur für WGs. Auch bei Ebay Kleinanzeigen werden Wohnungen angeboten oder du kannst selbst ein Gesuch online stellen.

3) Facebook-Gruppen

Auch für die Wohnungssuche in Karlsruhe gibt es mittlerweile viele Facebook-Gruppen, in denen Leute einen Nachmieter suchen oder selbst ein Gesuch einstellen. Oft finden sich hier kurzfristig ziemlich gute Angebote und du kannst die Leute unkompliziert über Facebook anschreiben. Zuspammen solltest du die Gruppen allerdings auch nicht: Warte ein paar Tage, ob jemand auf deinen Post reagiert.

4) Die gute alte Zeitung

Sie sind kurz vorm Aussterben, dafür aber nicht zu unterschätzen: Klassische Zeitungen und Anzeigenblätter gibt es auch in Karlsruhe, zum Beispiel die BNN oder den Kurier. Hier finden sich oft Wohnungen, die es nicht auf die großen Onlineportale schaffen, weil die Vermieter zum Beispiel schon älter sind. Wenn du rund 20 Euro in die Hand nimmst, kannst du selbst eine kurze Anzeige schalten und so nach einer Wohnung suchen. In der Regel melden sich darauf schon eine Menge Vermieter.

Zeitungen

5) Vermieter von Freunden ansprechen

Nicht nur du bist genervt von Massenbesichtigungen und der stressigen Wohnungssuche, den Vermietern geht es in der Regel genauso. Deshalb hör dich am besten mal unter deinen Freunden um, ob ihren Vermieter vielleicht noch andere Wohnungen im Haus gehören und ob bald etwas frei wird. Bringe dich als potenziellen Nachmieter ins Spiel – viele sind froh, wenn sie sich den Rummel einer Online-Anzeige ersparen können.

6) Aushänge machen

Auch der klassische Weg kommt nicht aus der Mode: Aushänge mit Telefonnummer-Schnipseln finden sich auch in Karlsruhe an jeder Ecke, ob an der Ampel, dem schwarzen Brett an der Uni oder im Supermarkt. Am besten ein aussagekräftiges Foto dazu, auf dem du nett lächelst – wer’s nicht probiert, weiß nicht ob’s funktioniert!

7) Genossenschaften und den AstA nutzen

Auch in Karlsruhe gibt es Genossenschaften, über die du eine Wohnung bekommen kannst. Die finanzieren sich über Mitgliedsbeiträge und verfügen oft über ganze Siedlungen wie zum Beispiel die Gartenstadt. Wegen der langen Wartezeiten eignet sich das jedoch eher für eine langfristige Suche nach einem neuen Zuhause, ähnlich wie bei der Volkswohnung. Kurzfristige Tipps und Vermittlungen finden Studenten immer beim AstA.

8) An den Stadtrand ziehen

Eine Wohnung direkt am Karlsruher Schloss, die Kaiserstraße zum Shoppen vor der Haustüre – ähm ja, ein schöner Traum. Das Gute an der Stadt ist aber: Selbst wenn du etwas weiter außerhalb des Zentrums wohnst, hast du es meist nicht weit dorthin. Selbst von Durlach aus bist du mit der Bahn in knapp zehn Minuten am KIT. Auch andere Stadtteile wie Knielingen, Daxlanden oder die Waldstadt sind mit der Straßenbahn gut angebunden. Dort sind die Wohnungen oft etwas günstiger als in der City.

9) Bei der Besichtigung gut auftreten

Du bist zu einer Besichtigung eingeladen? Okay, erste Hürde geschafft! Jetzt bloß nicht verkrampfen und dem Makler die ganze Zeit auf den Füßen rumstehen. Sei entspannt, komm pünktlich und überlege dir ein paar kluge Fragen zur Wohnung. Viele Makler wollen gar keine ausführliche Bewerbungsmappe lesen oder zugeschleimt werden. Nimm dir stattdessen lieber genug Zeit, um dir die Wohnung in aller Ruhe anzusehen. Auch wenn der Druck auf dem Karlsruher Wohnungsmarkt groß ist: Du musst nicht jede Bruchbude nehmen, um später darin unglücklich zu werden.

10) Kommunizieren!

Das Wichtigste bei der Wohnungssuche: Erzähle es JEDEM! Ja, wirklich jedem. Auf Facebook, bei WhatsApp, abends auf der Party, einfach überall. Der beste Weg, eine Wohnung zu finden, ist immer noch Mundpropaganda oder eine persönliche Empfehlung. Viel Glück!

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Über den Autor

Hat das KARLSMAG zusammen mit Christopher gegründet. Als Vegetarier immer auf der Suche nach neuen Läden mit passender Karte - und nach den besten Instagram-Spots der Stadt.